Luftsportclub Zülpich 1956 e.V.

Bastelworkshop Raketen

23. Oktober 2021

 

Am Samstag den 23.10.21 wurde von unseren raketenfliegenden Mitgliedern und einem Flieger-Sohn zusammen mit Winfried Wolff für Kinder aus der Umgebung ein Modellraketen-Bastelworkshop organisiert. Winfried konnte die "KG Schwerfe bliev Schwerfe" für diesen Zweck gewinnen und so wurden die Bastelarbeiten für immerhin 11 Kinder im Alter zwischen 5 und 13 Jahren inFoto von Tom Hora den Räumlichkeiten der KG in Schwerfen durchgeführt, die dafür ideal geeignet waren und zum Gelingen der erstmalig durchgeführten Veranstaltung maßgeblich beitrugen. Der Workshop sollte einen aufregenden Ausklang der Herbstferien mit einem Ausflug in eine den meisten teilnehmenden Kindern bis dato völlig unbekannte Hobbydimension bieten. Und gleichzeitig auch ein bißchen dazu beitragen, dass speziell Kinder aus flutbetroffenen Familien einen Moment der Ablenkung von den zurückliegenden Ereignissen erhielten.

Der LSC Zülpich stellte neben seiner ganztägigen tatkräftigen Mithilfe das Fluggelände kostenlos zur Verfügung. Gleichzeitig sponsorte der Modellraketenverein Solaris die Bausätze und Treibsätze und stellte die erforderliche Versicherung aller Teilnehmer sicher. Jedes der teilnehmenden Kinder erstellte so im Laufe des Tages eine ca. 40 cm lange Modell-Rakete aus einem Bausatz zusammen, die dann anschließend 2 Flüge auf dem LSC Fluggelände absolvieren sollte. So wurde den halben Tag zunächst geschliffen, geleimt, geschnitten, geknotet und am Ende getrocknet, so dass am Nachmittag der Transfer der Kinder zur Launchsite auf dem Flugfeld erfolgte. Natürlich wurden auch einige Pausen gemacht, in denen die Betreuer und Kinder bestens durch Eltern mit Essen und Getränken versorgt wurden.

Aufgeregte Kinder wurden dann zum Startfeld gefahren, wo die Raketen einzeln für den Testflug mit einem für den Erstflug bemessenen B-Motor (Treibsatz) bestückt, Hanfwolle als Schutzwatte in die Raketen gesteckt und die Fallschirme ordnungsgemäß gefaltet wurden.

Jedes der Kinder hatte die Auswahl zwischen Luntenzündung oder elektrischer Zündung und alle entschieden sich für die "technisch anspruchsvollere" Variante der elektrischen Zündung, so dass Winfried als "Launch Control Officer" und Flugleiter alle Hände voll zu tun hatte, die Kinder beim Einzelstart der Raketen zu betreuen. Die Raketen hoben alle kerzengrade ab und Foto von Tom Horaerreichten in ihrem Jungfernflug Flughöhen von über 100 m. Die an diesem Tag vorliegenden idealen Windverhältnisse trugen dann maßgeblich dazu bei, dass die meisten Raketen auch nahe am Feld wieder landeten. Das "Backup Team" der anderen Betreuer wartete in der Zwischenzeit im Hintergrund den Rücklauf der Raketen ab, die leichtere Blessuren davongetragen hatten und führte die Notreparaturen in Rekordzeit durch, um einen zweiten Flug für alle Kinder auf einem stärkeren Antrieb zu ermöglichen, der dann in gleicher Weise durchgeführt wurde. In diesem Flug wurden dann beachtliche Flughöhen um 250 m Höhe erreicht, was auch bei den anwesenden Eltern Erstaunen auslöste. Raketentechnik ist eine Grenzwissenschaft, das wurde den Kindern vorsorglich mitgegeben und so waren alle auf den einen oder anderen Motorversager gefasst, der wie bei den Großraketen zum Totalverlust der Rakete führen kann. Es blieb glücklicherweise bei einigen wenigen Ereignissen dieser Art und wir sagten den betroffenen Kindern zu, ihnen auf dem Nikolaunch im Dezember ein neues Modell zu überreichen, das in Eigenbauweise erstellt, ein Unikat sein würde.

So wurde der Tag nicht nur ein aufregendes Ereignis für die Kinder, auch für uns als Betreuer stellte er ein absolutes Highlight dar, das unheimlich viel Spaß brachte und das wir sicher gerne mal wiederholen würden.

An dieser Stelle nochmal ausdrücklicher Dank an alle Beteiligten vom LSC, an die KG in Schwerfen, die Solaris und die "Flächenflieger", die viel Geduld mit uns und den Kindern aufgebracht haben während der Startphasen der Raketen, an denen sie ihre Flächen-Modelle am Boden halten mussten.

30.10.2021, Thomas Hora

 

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